Long Story...

Viele Jahre habe ich auf Tunnel-Baustellen in Österreich und Deutschland verbracht. Eine richtige Männer-Domäne. Ein richtig harter Job. Jeden Tag in den Arbeitsklamotten, bestehend aus Gummistiefeln, Latzhose, Warnweste und Helm. Jeden Tag im Tunnel, genau dort, wo das Gebirge ausgebrochen wird – bei viel Staub, Lärm und Gestank.

Aber ich hatte wirklich große Freude dabei. Ich hatte einen extrem spannenden Job, der mich forderte. Schon ziemlich bald durfte ich große Verantwortung tragen. Oft wurde ich von meinem privaten Umfeld bewundert und bestaunt.

In dieser „schönen“ Position dachte ich mir auch, dass es ein Leichtes sei, sich zu behaupten und durchzusetzen. Relativ schnell musste ich erkennen, dass ich meine Kompetenz unter Beweis stellen musste. Was mir anfänglich so gar nicht gelang und ich dann auf ein hilfloses Lächeln ausweichte. Dass das noch schlechter ankam, wurde mit erst im Laufe der Zeit bewusst.

Generell bin ich sehr vielseitig interessiert und begann berufsbegleitend eine Ausbildung zur Mediatorin. Diese hat mir in sehr vielen Bereichen der Kommunikation und Konfliktbewältigung die Augen geöffnet. Immer leichter fiel es mir, mich und meine Belange in Verhandlungen und Gesprächen durchzubringen. Und ich hatte nie das Gefühl, dass ich mich verstellen muss und meine Authentizität verliere.

Soft Skills haben mich in weiterer Folge immer mehr interessiert und ich nutzte die entsprechenden Fortbildungsmöglichkeiten in meiner Firma. Auch ein relativ großer Bereich meines Bücherregals ist mit Büchern aus dem Bereich der Persönlichkeits-Entwicklung bestückt.

Mit dem immer größer werdenden Netzwerk aus meinem beruflichen Umfeld und der wachsenden Erfahrung habe ich von Bauprojekt zu Bauprojekt immer mehr Verantwortung übernehmen dürfen. Das hat sich dann auch in Gehaltserhöhungen ausgewirkt.

Immer mehr drängten in den letzten Jahren weitere junge Technikerinnen auf die Baustellen. Da habe ich gemerkt, dass ich eine Vorbildwirkung eingenommen habe. Gerne gab ich mein Wissen und meine Erfahrungen – natürlich auch die schlechten – weiter, um meine jungen Kolleginnen zu unterstützen. Ein Highlight war meine Rolle als Mentorin und mein Engagement im firmeninternen Frauennetzwerk.

Irgendwann nach mehr als 10 erfolgreichen Jahren habe ich gemerkt, dass nichts mehr weiter ging. Ich ruderte sozusagen immer auf derselben Ebene herum. Mal durfte ich als Troubleshotter auf die eine Baustelle, mal auf die andere. Aber an meiner Karriere hat sich nichts mehr getan. Ich wurde unzufrieden und wusste anfänglich nicht genau warum.

Langsam dämmerte es mir – obwohl ich gedacht habe, dass es mich sicher nicht erwischen wird – ich klopfe an die gläserne Decke. Und das ziemlich massiv. Egal welche Ideen ich vorantreiben wollte, es gelang mir nicht. Immer wieder wurde ich enttäuscht. Ziemlich frustriert startete ich in meine Bildungskarenz.

Hier hatte ich nun endlich genug Ruhe und Zeit meinen bisherigen Weg zu reflektieren. Es gab vieles, das ich aus meiner Sicht richtig gemacht hatte. Doch auch vieles, das ich mit dem heutigen Wissen und Erfahrung falsch gemacht habe. Die Ausbildung zur Mentaltrainerin hat mir dann die Augen geöffnet, was ich wirklich will.

  • Ich will andere Frauen dabei unterstützen, dass sie nicht dieselben Fehler machen wie ich.
  • Ich will andere Frauen dabei unterstützen, sich das notwendige mentale Werkzeug anzueignen.
  • Ich möchte ihnen die Möglichkeiten bieten sich auszutauschen und von den Erfahrungen anderer zu lernen.

Da war mir dann klar, dass ich wesentlich mehr Frauen erreichen kann, wenn ich mich ausschließlich auf diese EINE Aufgabe konzentriere. Nun habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet, um dich mit meinem und dem aus meinem Technikerinnen-Netzwerk stammenden Erfahrungs-Schatz zu unterstützen.

Nicht nur mit SHEmentic, sondern auch in anderen Bereichen engagiere ich mich besonders für Frauen in der Technik. Du findest mich unter anderem beim Club Alpha im TechWomen-Team als auch als Mentorin im WoMentoring-Programm. Regelmäßig hörst du mich auch auf Radio Wien im Magazin im Beitrag „Glücklich leben“ mit Sascha Boctor – wir geben mentale Tipps für den Alltag.

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